Demenz
Psychotherapie für Betroffene und Angehörige
Eine Demenzerkrankung löst bei den Betroffenen und ihren Angehörigen vielfältige emotionale Reaktionen aus. Trauer, Scham, Verunsicherung und Ängste im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen und notwendige Lebensveränderungen sind häufige Begleiter der Diagnose. Eine frühzeitig begonnene psychotherapeutische Begleitung kann Erkrankten und ihren nahestehenden An- und Zugehörigen helfen, sich mit der veränderten Lebenssituation auseinanderzusetzen und neue Perspektiven zu entwickeln.
Das Gefühl, einer schicksalhaften Erkrankung hilflos ausgeliefert zu sein, kann durch eine empathische Begleitung und einen ressourcenorientierten Zugang gemildert werden. Gemeinsam richten wir den Blick auf vorhandene Stärken, Möglichkeiten und unterstützende Wege im Umgang mit den Herausforderungen der Erkrankung.
Nicht selten werden unmittelbar nach der Diagnosestellung Versprechen gegeben, die zu einem späteren Zeitpunkt kaum mehr eingelöst werden können. Dies betrifft insbesondere die Frage der Betreuung und Pflege. Wenn etwa die Unterstützung durch professionelle Pflegekräfte oder die Übersiedelung in eine Pflegeeinrichtung notwendig wird, können auf beiden Seiten belastende Schuldgefühle entstehen. Dabei stellt sich oft die Frage, wie beispielsweise ein selbst bereits unterstützungsbedürftiger Ehepartner die Betreuung eines demenzkranken Menschen rund um die Uhr bewältigen soll.
Im Rahmen der Psychotherapie werden gut gemeinte Absichten gewürdigt und zugleich auf ihre langfristige Realisierbarkeit hin reflektiert. Es geht darum, offen und wahrhaftig sowohl über Möglichkeiten gegenseitiger Unterstützung als auch über persönliche Grenzen zu sprechen. Das Anerkennen eigener Belastungsgrenzen ist kein Ausdruck mangelnder Liebe, sondern oftmals eine Voraussetzung dafür, Fürsorge, Wertschätzung und Verbundenheit aufrechtzuerhalten.
Darüber hinaus können Wege zur Stärkung des Selbstwertgefühls erarbeitet sowie hilfreiche Haltungen und konkrete Übungen für den Alltag entwickelt werden. Nicht zuletzt finden auch jene existenziellen Fragen Raum, die sich im Zusammenhang mit Abschied, Sterben und Tod stellen: Fragen nach Sinn, Hoffnung, Glauben und nach dem, was den Menschen trägt, hält und über das unmittelbar Fassbare hinausweist.
Den Erkrankten und deren Angehörigen biete ich Folgendes an:
Psychotherapie bei ...
- allen Formen von Demenz gemäß ICD-10 (F00–F03)
- depressiven Begleiterscheinungen
- Ängsten, Sorgen und Verunsicherung im Zusammenhang mit der Erkrankung
- subjektivem Leidensdruck und Belastungserleben
- Trauer- und Verlustreaktionen bei Erkrankten und Angehörigen
- Herausforderungen im Umgang mit veränderten Rollen und Beziehungen
Beratung über ...
- Demenzformen und deren Krankheitsverlauf
- Möglichkeiten zur möglichst langen Aufrechterhaltung einer selbstständigen Lebensführung
- Gedächtnisfördernde und alltagsunterstützende Methoden
- Betreuungs-, Pflege- und Entlastungsangebote
- Präventive Maßnahmen zur Erhaltung der seelischen und geistigen Balance
- Kommunikation und Beziehungsgestaltung im Alltag mit Demenz
- Wichtige Vorsorge- und Entscheidungsfragen für den Krankheitsverlauf, wie Betreuung und Pflege, Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung sowie weitere Willenserklärungen

Titelbild zum Buch "Demenz", 2. Auflage (2019) von Sabine Wöger
Wertvolle Links zum Thema Demenz
Alzheimer's Association International Conference
Alzheimer Austria - Unterstützung für Angehörige und Betroffene
Österreichische Alzheimergesellschaft
HELP.gv.at Dies ist eine behördenübergreifende Plattform, welche über Amtswege in Österreich informiert und teilweise deren elektronische Erledigung zulässt.
Unterstützungsangebote bei Demenz
Mini-Mental-Status-Test bei Demenz
